Vergangene Woche veranstaltete die Junge Union Bergstraße einen Online-Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema „Kommunikation zu Zeiten Coronas“. Hierbei gelang es den Nachwuchspolitikern einen renommierten, politisch unabhängigen Experten auf diesem Gebiet zu gewinnen: Prof. Dr. Olaf Kramer. Der ordentliche Professor für Rhetorik und Wissenskommunikation an der Eberhard Karls Universität Tübingen hat sich in den vergangenen Wochen unter anderem durch Auftritte in öffentlich-rechtlichen TV-Formaten oder durch Artikel in überregionalen Printmedien einen Namen gemacht. Der Wissenschaftler hat mit Beginn der Pandemie seinen Forschungsschwerpunkt auf die politische Kommunikation zu Zeiten Coronas verlagert und konnte folglich den Veranstaltungsteilnehmern einen umfassenden Einblick in verschiedenste Rhetorikmittel zur Krisenbewältigung geben.
In diesem Zusammenhang machte Prof. Dr. Kramer deutlich, dass es der Bundesregierung – insbesondere aber der Bundeskanzlerin Angela Merkel – durch öffentliche Ansprachen an die Bevölkerung gelungen sei, ein Gemeinschaftsgefühl sowie ein übergreifendes Pflichtbewusstsein zu generieren, das zur Eindämmung des Virus mitbeigetragen habe. Um dies zu veranschaulichen wurden gemeinsam mit den Diskussionsteilnehmern Ausschnitte verschiedener Fernsehansprachen Merkels der vergangenen Wochen analysiert.
Als Kontrast dazu wurde anschließend ein Ausschnitt eines Videos des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann gezeigt. In diesem Zusammenhang wurde beleuchtet, welche rhetorischen Mittel Verschwörungstheoretiker und Verbreiter von Fake News vermehrt verwenden, um ihren Aussagen auch sprachlich mehr Geltungskraft zu verleihen.
„Durch diese Analyse erhoffen wir uns, dass wir in Zukunft Fake News oder Verschwörungstheorien noch schneller erkennen und dazu beitragen können, deren Verbreitung zu stoppen. Denn für unser demokratisches Gemeinwesen sind solche Aussagen Gift“, heißt es in der Pressemitteilung der Jugendorganisation.
In der anschließenden Diskussionsrunde gab es einen regen Austausch unter den knapp 30 Teilnehmern, sodass man zufrieden feststellen kann, dass sich Online-Formate nicht nur in Zeiten von Corona durchaus zum Informations- und Meinungsaustausch sehr gut eignen.

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